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Bericht der CSU-Fraktion zum Thema Gastronomie und Tourismus

Historischer Marktplatz von Bad Staffelstein

Wie soll es in Bad Staffelstein auf gastronomischem und touristischem Sektor weitergehen? Dieser Frage ging die CSU-Stadtratsfraktion gezielt nach. Um sich Informationen von Praktikern zu holen, besuchten die Stadträte in Romansthal Claudia und Johannes Ostler, die dort den Hotel-Gasthof "Zur Schönen Schnitterin" betreiben.

Johannes Ostler bemängelte, dass touristische Konzepte in der Stadt fehlten. Die Stadt setzte in den vergangenen Jahrzehnten zu stark auf prominente Sehenswürdigkeiten wie Kloster Banz und Vierzehnheiligen. Die günstige Lage Bad Staffelsteins werde hingegen kaum beworben. Dabei seien im 50-Kilometer-Radius etliche Orte zu finden, die hohen touristischen Freizeitwert haben. Die Städte Bamberg und Coburg zum Beispiel, aber auch Ausflugsziele in der Fränkischen Schweiz sowie die Burgruinen in den Haßbergen.

Bad Staffelstein sollte künftig neue Wege gehen, denn Urlauber und Kurgäste suchten nach Ausflugszielen, die sich von ihrem Ferienort aus in rund einer Stunde erreichen lassen, sagte Johannes Ostler. Stadtrat Jürgen Hagel stimmte ihm zu: "Viele Städte um uns herum werben mit dem Gottesgarten am Obermain und mit der Obermain-Therme – warum sollten wir künftig nicht ebenfalls auf die Ausflugsziele Bamberg und Coburg verweisen?"

Der städtische Tourismus-Ausschuss, regte Johannes Ostler an, könnte mit mehr externen Fachleuten besetzt werden. Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich fand diese Idee überlegenswert: "Wir sollten prüfen, ob der Ausschuss um einige Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes aus dem Stadtgebiet erweitert werden kann." Er finde es gut, wenn künftig mehr Praktiker diesem Gremium angehörten, sagte Stich.

Früher habe der Staffelsteiner Tourismusverein etwas in der Stadt bewegt, fuhr Johannes Ostler fort. Diese Initiativen seien inzwischen "ein wenig untergegangen". Er erinnerte daran, dass die Idee, eine Thermenkönigin zu küren, aus diesem Verein hervorgegangen ist. Walter Mackert ergänzte, dass auch das Brauereifest am 15. August einer Idee dieses Vereins zu verdanken sei.

Stadtrat Andreas Pfarrdrescher, der selbst einen Gasthof in Schwabthal betreibt, ging auf die Verweildauer der Gäste ein. "Kurzurlauber sind häufig, doch wir haben nur wenige Langzeiturlauber", sagte er. Diese Urlauber übernachten meist nur zwei Mal. "Unsere Stammkundschaft kommt aus Orten im 300-Kilometer-Radius", sie reise kurzfristig an und fahre am Abend des letzten Tags nach Hause. Ziel der Werbung müsste deshalb sein, Menschen mit einer längeren Anreise anzusprechen. Das könnte zum Beispiel geschehen, indem man auf Messen wirbt, die an weiter entfernten Orten stattfinden – etwa im Ruhrgebiet oder dem Münsterland. "Es kommt darauf an, Leute anzusprechen, die eine weitere Anfahrt haben und deshalb länger an ihrem Urlaubsort Bad Staffelstein verweilen", ergänzte er. In landschaftlich flacheren Regionen Deutschlands könnte Bad Staffelstein beispielsweise mit seiner reizvollen landschaftlichen Umgebung werben.

Johannes Ostler stimmte dem zu. Es sei zwar schwierig, Langzeiturlauber an den Obermain zu bringen, "aber eine Woche kann man schon erreichen". Der Trend, ergänzte er, gehe eindeutig hin zu mehrmaligen Kurzurlauben. Die Gäste kämen oft schon am Freitag und reisten am Sonntag wieder ab. Für die Gastronomie im Stadtgebiet sei das nicht sehr lukrativ, weil diese Gäste meist die Therme besuchen und dort essen, nicht in dem Gasthof, in dem sie übernachten.

Zudem habe er festgestellt, dass die Gäste zunehmen kurzfristig buchen. Viele der Gäste, die einige Tage bleiben, reisten an einem Dienstag an und bleiben bis Samstag. Diesen Urlaubern, fuhr er fort, könnte man aufzeigen, dass Bad Staffelstein in der Wintersaison von März bis Oktober zusätzlich zum Thermalbad weitere attraktive Ausflugsziele bietet: Von den bereits angesprochenen Städten Bamberg und Coburg mit ihren kulturellen Angeboten bis hin zu Skigebieten im Fichtelgebirge sowie im Thüringer Wald. Johannes Ostler: "Was unheimlich boomt, ist der Städtetourismus."

Rosi Jörig regte an, eine Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung anzustreben. Das Bildungszentrum in Kloster Banz werde von Tausenden Seminarteilnehmern besucht, die vielleicht auch einmal privat mit ihren Familien nach Bad Staffelstein kommen würden – wenn sie denn wüssten, welche touristischen Attraktionen die Region bietet. "Momentan verschenken wir dieses Potenzial noch", sagte sie.

Stefan Dinkel erkundigte sich nach dem Altersdurchschnitt der Urlauber und Kurgäste. Johannes Ostler antwortete, in seinem Haus habe er "wenig Gäste unter 50". Er stelle aber fest, dass sich inzwischen durchaus ein jüngeres Publikum für Bad Staffelstein interessiere, "weil die Obermain-Therme mehr auf Wellness setzt". Leider gehöre die Gruppe der jüngeren Familien mit Kindern kaum zur Klientel. Dabei sei die Region auch für diesen Urlauberkreis interessant: Der Staffelsteiner Badesee, der Klettergarten in Banz, das Kanufahren auf dem Main und Ausflugsziele wie der Märchenpark Schloss Thurn, der Tierpark Tambach oder das Freizeitland Geiselwind müssten nur entsprechend beworben werden.

Wer Familien mit Kindern gewinne, habe einen großen Vorteil, fuhr Johannes Ostler fort. Denn erfahrungsgemäß kämen Kinder später einmal als Erwachsene an jene Orte zurück, die sie einst mit ihren Eltern besuchten. 

Andreas Pfarrdrescher regte deshalb an, einen Flyer zu erstellen, mit dem sich die Stadt gezielt an Familien mit Kindern richtet. Darin sollten auch jene Ziele außerhalb der Stadtgrenzen aufgezeigt werden. Erfolgversprechend wäre zudem, einen Flyer für die Zielgruppe der Wintersportler zu erstellen, in dem beispielsweise auf die relativ nahe gelegenen Pisten in Mehlmeisel und Oberhof verwiesen wird.

"Was die Leute wollen, ist Kultur", ging Johannes Ostler auf die Frage Stefan Dinkels nach der Innenstadtentwicklung ein. Es wäre sinnvoll, im Staffelsteiner Stadtkern einen größeren Saal zu schaffen, um mehr Menschen bei Kulturveranstaltungen unterbringen zu können.

Das Angebot der Kulturinitiative (KIS), so waren sich die CSU-Stadträte einig, biete sehr vielseitige und abwechslungsreiche Unterhaltung. Doch die Sitzplatzkapazität in der Alten Darre, in dem die Veranstaltungen der KIS stattfinden, sei doch für etliche Kabarett-Abende oder Konzerte zu gering. Bad Staffelstein brauche einen großen Saal im Stadtzentrum, um Urlaubern und Kurgästen etwas bieten zu können. Dafür sei das "Bären"-Grundstück am Marktplatz ideal, das sich bereits im Eigentum der Stadt befindet.

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